RHAPSODY featuring CHRISTOPHER LEE: The Magic Of The Wizard´s Dream (Single)
Vor einigen Wochen bin ich aus meiner alten WG ausgezogen. Ich habe es einfach nicht mehr länger ausgehalten, einen Zwerg als Nachbarn zu haben. Nun wohne ich am Bodensee in der Welt der Menschen, wo ich mich inzwischen schön eingelebt habe. Gestern habe ich endlich den letzten Umzugskarton ausgeräumt. Am Boden entdeckte ich eine CD-Single, die wohl am Tag meines Auszugs mit der Post gekommen war. RHAPSODY featuring CHRISTOPHER LEE verheißt das Titelbild. Schön!
Die Band hat die Ballade "The Magic Of The Wizard´s Dream" von ihrem aktuellen Album "Symphony Of Enchanted Lands II - The Dark Secret" neu aufgenommen und zwar gleich in mehreren Versionen: Neben der englischen Fassung singen Fabio Lione und Gaststar Christopher Lee auch deutsch. Das Begleitschreiben erwähnt, dass auf dem Digipack zusätzlich noch eine italienische, eine französische sowie eine Orchesterversion enthalten sein wird.
Im Gegensatz zur (ebenfalls enthaltenen) Albumversion klingt der Titelsong auf der Single noch einen Tick epischer, da Christopher Lees majestätische Stimme dem Stück mehr Tiefe verleiht und das Schlagzeug bei den Strophen sich mehr zurückhält. Die gewonnene Dynamik kommt jedoch nicht so richtig zur Geltung. Dafür ist der Song einfach zu kurz und übersichtlich. Intro, Strophe, Bridge, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain, Aus. Obwohl RHAPSODY in der Vergangenheit einige kürzere Nummern am Start hatten, verbreitet "The Magic Of The Wizard´s Dream" eben die typische Weite, die eigentlich mehr Platz bräuchte als lediglich dreieinhalb Minuten.
Die deutsche Version unterscheidet sich klanglich kaum von der englischen. Der Text ist eher eine Sammlung typischer Fantasy-Begriffe wie Traum, Magie, kämpfen und Nacht. Folglich konzentriert sich die Aufmerksamkeit des Hörers im Wesentlichen auf die Dramatik der Musik und nicht auf die semantischen Zusammenhänge der einzelnen Begriffe. Wie auch die Albumversion stellt die Sprachausgabe also keinen sonderlich großen Mehrwert dar. Interessanter ist da schon der neue Song "Lo Specchio D´Argento". Der folkloristische Track wird vom ständigen Wechsel zwischen Moll und Dur bestimmt. Fabio Lione singt italienisch, wobei er immer wieder in den von "Guardiani" bekannten Flüstergesang verfällt. Das Stück ist durchaus lebhaft, allerdings hat es nichts mit Heavy Metal zu tun. Wer auf Blockflöten- und Cembalo-Klänge mit Trommeluntermalung steht, sollte Gefallen daran finden.
Weiterhin haben RHAPSODY noch das "schnelle und kraftvolle" (Info) "Autumn Twilight" ebenfalls exklusiv für das Digipack aufgenommen. Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es klingt, da auf der Single stattdessen der Albumtrack "The Last Angels´ Call" die metallische Seite RHAPSODYs zeigt. Der ist ein kurzer, klassischer Bombastsong mit flottem Beat und vielen barocken Melodien, wie man ihn von RHAPSODY gewohnt ist. Im direkten Vergleich besitzt "The Magic Of The Wizard´s Dream" aber wesentlich mehr Hitpotenzial und steht verdientermaßen im Scheinwerferlicht.
Die aktuelle Veröffentlichung ist natürlich besonders für Neueinsteiger reizvoll, die durch die Kooperation mit Filmlegende Christopher Lee überhaupt erst auf die Filmmusikmetaller aufmerksam werden. Fans bekommen auch etwas für ihr Geld. Im Gegensatz zu den Alben fehlt der Single jedoch der ausschweifende Spannungsbogen, so dass sie im Endeffekt RHAPSODY in einer Nussschale enthält.
Veröffentlichungstermin: 29.03.2005
Spielzeit: 20:41 Min.
Line-Up:
Fabio Lione: Gesang
Christopher Lee: Gesang
Luca Turilli: Gitarre
Alex Staropoli: Keyboards
Patrice Guers: Bass
Alex Holzwarth: Schlagzeug
Manuel Staropoli: Flöte
Produziert von Joey DeMaio
Label: Magic Circle Music / SPV
Homepage: http://www.mightyrhapsody.com
Tracklist:
1. The Magic Of The Wizard´s Dream (english version)
2. The Magic Of The Wizard´s Dream (german version)
3. The Magic Of The Wizard´s Dream (album version)
4. Lo Specchio D´Argento
5. The Last Angels´ Call
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