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THE BLACK LEAGUE: Ichor

CD-Review vom 05.07.2000   drucken senden

Stilistisch ist Ichor mit Worten nur knapp zu umreißen. Zu unterschiedlich sind die Songs, von ruhigen Titeln wie "The everlasting Pt. II" oder "Winter Winds sing" über staubige Rocknummern wie "Deep Waters" bis zu Krachern wie "Bunker King" ist auf dem Album alles vertreten. Die Songs klingen frisch und modern, biedern sich jedoch niemals irgendwelchen Trends an. Es steckt noch immer genügend ehrliche Frustration in den Songs, genügend Dreck und viel Gefühl. Ichor ist ein Album, für das man sich Zeit nehmen sollte, trotz aller Eingängigkeit sind die Tracks intensiv und wenn Jarva "We die alone" schreit, dann fühlt man sich auch ganz plötzlich allein. Eigentlich wäre Ichor ziemlich traurig, wären da nicht diese ganzen anderen Dinge, die ich nicht richtig in Worte fassen kann. So trübsinning wie die Songs klingen, so verspielt, so rockig, so trotzig, so faszinierend, sind sie. Ichor scheint das musikalische Äquivalent eines gestreckten Mittelfingers in Richtung Schicksal zu sein.

Es ist nicht zu überhören, dass sich Taneli Jarva (übrigens Ex-Sänger von Sentenced, tut aber nichts zur Sache, denn dadurch wird das Album werder schlechter noch besser) und seine Kollegen (unter anderem auch Sir Luttinen von Impaled Nazarene, tut aber auch nix zur Sache.... ) viel Zeit genommen haben, um die Songs auszuarbeiten. Viele kleine Details, durchgängig tolle Melodien und eine abwechslungsreiche Instrumentierung entführen den Hörer in eine düstere Welt. Dennoch unterscheiden sich The Black League trotz aller Melancholie, die durch ausnahmslos alle Songs schimmert, von der Düster-Konkurrenz. Sie baden nicht im Selbstmitleid, sondern rocken gerade zu Trotz immer wieder los, als gelte es, aus einer schlechten Welt, die man ohnehin nicht ändern kann, das Beste zu machen und trotz aller Widrigkeiten ein wenig Spaß zu haben.

Es wäre ungerecht zu schreiben, die Platte würde vom Gesang leben. Aber Jarvas Stimme ist eben unverwechselbar, auch wenn er nicht nur einmal an den Fields of the Nephilim-Sangesgott Carl McCoy erinnert. In seiner rauchig-rauhen Stimme liegt mehr Ausdruck, als das noch zu Amok Zeiten der Fall war. Die melodischen Growls und sein dunkels Flüstern geben den Songs den berühmten letzten Kick, so dass es für das Album nur einen Ausdruck gibt: Killer!



Tracklist:
Doomwatcher
One colour black
Deep waters
Goin` to hell
Avalon
We die alone
The everlasting Pt. II
Ozymandias
Blood of the Gods
Bunkrer King
Winter Wind sings
Ecce homo!
Night on earth

Spielzeit: 58:34

Line-up:
Florida - Bass
Sir Luttinen - Schlagzeug
Alexi ranta - Gitarre
Maike Valanne - Gitarre
T. Jarva - Gesang

Label: Nuclear Blast

VÖ: 16. 6. 2000


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