DISBELIEF: 66Sick
Auf diese Jungs ist ganz einfach Verlass. DISBELIEF enttäuschten bisher noch nie mit einem Album und auch wenn Veränderungen nur in kleinem Rahmen bei DISBELIEF stattfinden und -fanden, so darf man jedes Mal gespannt sein, was für markerschütternde Klänge die fünf Hessen sich wieder ausgedacht haben. Leichte Kost ist keines ihrer Alben, niemals haben sie sich verbiegen lassen und immer folgen sie ihrem Weg.
Der Wechsel zu Nuclear Blast war wohl noch ein zusätzlicher Ansporn für die sympatische Truppe und der richtige Motivationsschub. Wie sonst könnte es sein, dass "66Sick" das beste Album der Band seit Jahren ist? Keine Frage, die eh schon starken Vorgänger haben DISBELIEF getoppt, mit Leichtigkeit sogar. Die hier vorgetragenen Walzen überrollen wirklich alles und jeden, so aggressive und brutale Songs wie "Sick", "For God?", "Crawl" und "Try" gibt es eben nur von DISBELIEF. Doch bei all den lärmenden Gitarrenriffs, den manischen Schlagzeugattacken und den unnachahmlichen Lauten von Sänger Karsten Jäger gibt es auf "66Sick" noch mehr zu entdecken.
Denn "66Sick" geht tief. So verdammt tief, dass man die Töne nicht nur hört, sondern spürt, dass man am liebsten mit Karsten Jäger mitbrüllen möchte, dass man zu dieser Musik alles rauslassen will, was einen belastet, bedrückt und traurig stimmt. DISBELIEF sind auf diesem Album mehr "Psychologen" als zuletzt, vor allem da sich viele doomige Songs eingeschlichen haben, wie sie intensiver nicht sein könnten. "Continue (from this Point)", "Rewind It All (Death or Glory)", "Edges", "To Atone for All" und sogar das kurze Instrumental "Mental Signpost" bedeuten pure Katharsis der wunderbarsten Sorte. Denn erstens sind diese Songs ehrlicher, härter und zermalmender als es eure Vorstellungskraft zulässt. Desweiteren verliert der Fünfer nie den Song an sich aus den Augen und verschafft jedem der Tracks eine eigene, unverwechselbare Identität und wunderbare Hooklines, Melodien die dem Hörer einfach nicht mehr aus dem Kopf wollen und den Eindruck, dass hier absolut perfektionistisch gearbeitet wurde.
Sicherlich ist "66Sick" ein Album, dass man nicht immer hören kann, dafür tut es besonders gut an den Tagen, die einfach nicht so recht laufen wollen. Die intensiven Songs, die ambitionierte Herangehensweise an das Songwriting, die Wahnsinnsschreie von Karsten Jäger und die drückende, wenn auch nicht ganz so mörderische Produktion wie auf "Spreading the Rage" markieren den Punkt, an dem DISBELIEF eines geschafft haben: Ein Monument zu erzeugen. Besser als je zuvor.
Veröffentlichungstermin: 14. März 2005
Spielzeit: 49:30 Min.
Line-Up:
Karsten Jäger - Vocals
Jan-Dirk Löffler - Guitars
Olly Lenz - Guitars
Jochen Trunk - Bass
Kai Bergerin - Drums
Produziert von Tue Madsen & DISBELIEF
Label: Nuclear Blast Records
Homepage: http://www.disbelief.de
Tracklist:
1. 66
2. Sick
3. Floating on High
4. For God?
5. Continue (from this Point)
6. Crawl
7. Rewind It All (Death or Glory)
8. Lost in Time
9. Try
10. Edges
11. Mental Signpost
12. To Atone for All
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Mein Schimpfwort-Sammelsurium hat die Größe von Kanada.