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DARK FORTRESS: Stab Wounds

CD-Review vom 31.10.2004   drucken senden

cdreview - DARK FORTRESS: Stab WoundsDen Deutschen von DARK FORTRESS ist mit ihrem dritten Output "Stab Wounds" sicherlich eine der grossen Schwarzmetall-Überraschungen des Jahres gelungen. Wer der 70-minütigen Spielzeit skeptisch gegenübersteht, sei hier bereits gewarnt: Langeweile kommt keine auf. Dazu ist dieses Werk einfach zu dicht und düster gewoben. DARK FORTRESS schaffen es nämlich, eine Atmosphäre heraufzubeschwören, die man sich sonst von Meistern wie SATYRICON gewohnt ist. Der Produktionsbereich unterstützt diese Stimmung zudem optimal. Der Respekt für DARK FORTRESS wächst, wenn man dem Promotext entnimmt, dass sie die Herrschaft über das Mischpult selbst übernommen hatten, weil sie—jetzt kommt’s—mit dem Grieghallen Studiosound beim Vorgängeralbum "Profane genocidal creations" nicht zufrieden gewesen waren. "Stab Wounds" wurde indes in ein authentisches Klanggewand gehüllt, das auch dem Bass genügend Platz gibt, um zu grooven.

Damit nicht genug. Beim ersten Durchlauf von "Stab Wounds" hält man immer wieder erstaunt inne, weil hier so viele Einflüsse in einer so emotional kalten Soundwelt vereint wurden. Im Opener findet sich eine freche Wiederverwertung eines von DARK FUNERAL auf "Secrets of the Black Arts" verwendeten Samples. Kurz später blitzt ein verzweifeltes Kreischen auf, das an die frühen Tage von BURZUM erinnert. In "Self Mutilation" malträtieren DARK FORTRESS die Gitarren dergestalt, dass man das Gefühl bekommt, CRADLE OF FILTH hätten sich zu ihren Anfängen zurück besonnen und Viva für immer den Rücken gekehrt. Bald wähnt man sich beinahe in einem Thriller, weil immer neue Eindrücke auf den Hörer hinabprasseln und einfach nicht abzureissen scheinen. Im Gitarrenbereich werden auch die vergangenen Tage von DISSECTION munter zitiert und mitten im überragenden Track "Rest in Oblivion" flackert auf einmal eine kurze Anleihe an Turn loose the swans von MY DYING BRIDE auf. Einen Durchhänger leistet sich das Sextett zu keiner Sekunde, vielmehr besticht ihre Kreation durch den ausgewogenen Keyboardeinsatz, die ausgefeilten Gitarrenmelodien und das gekonnte Songwriting. Statt mit billiger Effekthascherei wird hier mit ausgeprägter Kälte und Misanthropie gefesselt—Kreativität und Sorgfalt beim Songwriting haben hier offensichtlich das Zepter übernommen. Den würdigen Abschluss von "Stab Wounds" bietet das krankhaft beklemmende KATATONIA-Cover "Endtime" (aus ihren "Brave murder day"-Zeiten).

Eins ist schliesslich klar: von diesen "Stab wounds" erholt man sich nicht so schnell. Einfach grossartiger Black Metal mit Leidenschaft!

Veröffentlichungstermin: 21.06.2004

Spielzeit: 69:26 Min.

Line-Up:
Azathoth: Vocals
Asvargr: Gitarren
V Santura: Gitarren
Draug: Bass
Paymon: Keyboards
Seraph: Drums


Produziert von DARK FORTRESS
Label: Black Attakk / Soulfood

Homepage: http://www.thetruedarkfortress.com/

Email: info@thetruedarkfortress.com

Tracklist:
1. Iconoclasm Omega
2. Self Mutilation
3. Stab Wounds
4. When 1000 Crypts Awake
5. Despise The "Living"
6. A Midnight Poem
7. Rest In Oblivion
8. Vanitas... No Horizons
9. Like A Somnambulist...
10. Sleep!
11. Endtime (KATATONIA-Cover)





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