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THE BLACK LEAGUE: Doomsday Sun (EP)

Hell of Fame vom 23.02.2004   drucken senden



Taneli Jarva könnte das Telefonbuch von Oulu vorlesen und das Ganze auf CD brennen - ich würde es kaufen. Diese Stimme ist einfach faszinierend. Und sie übt, in ein passendes musikalisches Gewand gekleidet, noch viel mehr Faszination aus. THE BLACK LEAGUE sind eine Band, der vermutlich nie der ganz große Durchbruch vergönnt sein wird, dafür ist die Musik viel zu eigensinnig; ganz zu schweigen von den Texten. Mit der EP "Doomsday Sun" hat die Band 2001 wohl ihr eingängigstes und gleichzeitig kompliziertestes Album veröffentlicht.

Dem ersten Eindruck nach bietet "Doomsady Sun" soliden "Good Times, Bad Times" Rock. Der Schein trügt, denn die "good times" existieren in der Musik und in den Texten von THE BLACK LEAGUE nicht. Und irgendwie werde ich ein ganz bestimmtes Gefühl nicht los: THE BLACK LEAGUE haben ja so verdammt recht! Ja, das Leben kann verdammt ungerecht und hart sein. Aber muss ich mir darum wirklich Sorgen machen? Nein. Ich kann es akzeptieren und ich kann versuchen, das Beste draus zu machen. So wie es die Songs von THE BLACK LEAGUE vormachen. Sie beinhalten schmerzhaft Wahrheiten, aber sie rocken auch.

Einfacher Rock ist das nur dem ersten Anschein nach - was vermeintlich solide vor sich hin rumpelt und groovt ist mit unendlich viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Dabei schaffen die Finnen, ihren Song den Charakter einer Jam-Session zu geben, alles klingt spontan und frisch - doch in den Songs verstecken sich unzählige Kleinigkeiten wie gesprochene Parts, Flaschenklirren, mitreißende Gitarrenleads und originelle Bass-Melodien. Dass die Songs in unterschiedlichen Studios aufgenommen und abgemischt wurden, fällt überhaupt nicht auf.

Bei "Many A Good Man" kann Jarva zeigen, was in ihm steckt: Die Geschichte über den einsamen Selbstmörder ist nicht nur gesungen, sie ist erzählt. Mit allem, was dazu gehört. Der Gesang, der quasi aus zwei leicht versetzten Spuren besteht, gehört mit zum Besten, was es jemals von Taneli Jarva zu hören gab. Perfekt um die Geschichte arrangiert ist die Musik.
"Black Java" - wer kennt es nicht: "I don’t wanna wake up in the morning and find myself in the same old shit …don’t wanna wake up in the morning it’s a different day but the same old shit" - dieser Text ist so zwingend umgesetzt, dass man eigentlich sofort in depressive Lethargie verfallen müsste, wäre da nicht die warmen Hammondsounds und weichen, unverzerrten Gitarren.
In "Sanguinary Blues" heißt es: "Some were born to win and were born to lose." Tja, und einige wurden geboren, um diese Band zu lieben! Ganz besonders dann, wenn sie so gekonnt blusigen Rock mit Tiefe spielt. Doch es geht auch heftiger: "1% … Doomsday… Now!"
ist ein aggressiver, dreckiger Rocker, der dem Schicksal ganz frech ins Gesicht spukt und trotz aller Improvisation den richtigen Drive hat. Besser kann mal Live-Atmosphäre kaum auf einem Tonträger konservieren.
"City Of Refuge" ist eine perfekte Coverversion, der NICK CAVE-Song ist in das Album integriert und keine eins-zu-eins-Kopie, sondern trägt ganz klar die Handschrift von THE BLACK LEAGUE. "The Sunday Song" ist bereits als Bonus Song auf der Doppel-LP Version von Ichor erschienen, dort allerdings in einer anderen Version unter dem Namen "The Everlasting Pt. III". Beide Versionen sind atemberaubend, der ruhige, blusig-warme Titel lebt von Jarvas Stimme, den Retro-Orgel Sounds und Gitarrenimprovisationen.

Wo sich auf den anderen Studio-Alben ein paar Einflüsse ausmachen lassen, überzeugt "Doomsday Sun" mit einer ganz eigenen Interpretation moderner Rockmusik. Organisch, voller Herzblut und ehrlich. Eine ganz, ganz großes Album!

VÖ: 2001

Spielzeit: 24:27

Line-Up:
Jarva - Gesang
Ranta - Gitarre
Luttinen - Schlagzeug
Valanne - Gitarre
Florida - Bass

Label: Spinefarm Records



Tracklist:
1% Doomsday...Now!
City of Refuge (Nick Cave cover)
The Sunday Song
Many a Good Man
Black Java
Sanguinary Blues


Hompage: http://www.the-blackleague.com


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Es wurden 19 Artikel zu THE BLACK LEAGUE im vampster-Archiv gefunden.
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