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THIN LIZZY: Thunder & Lightning

Hell of Fame vom 23.03.2000   drucken senden auf Facebook teilen

Der 04.01.1986 ist aus zwei Gründen für die Welthistorie interessant. Zum einen feierte der Verfasser dieser Zeilen seinen 12ten Geburtstag, zum zweiten (und viel bedeutsamer) ist dies der Todestag eines der bedeutendsten Musiker der Rockgeschichte, die Rede ist von Thin Lizzy-Mastermind Phil Lynott. Philip Lynott, geboren am 20. August 1949 als Sohn eines Brasilianers und seiner irischen Mutter Philomena, schaffte es wie keine zweiter Musiker seiner Zeit, in seine Songs verschiedene Stile zu packen und in ihnen sowohl Energie, als auch Wärme zu packen. Kurz nach der Geburt Phils´s, verließ sein Vater Mutter und Sohn, worauf Philomena Lynott nach Manchester übersiedelte, um dort das Geld für ihren Sohn zu verdienen, der bei seiner Großmutter Sarah in Dublin blieb. Geprägt durch sein problematisches Aufwachsen als halbfarbiges Kind im Irland der Nachkriegszeit definierte er sich in seiner Musik als Rebell, der aber auch, typisch Ire, eine große Liebe zu seiner heimatlichen grünen Insel ausdrückt. So ist es nicht verwunderlich, dass aus seiner Feder sowohl Songs wie Renegade, aber auch Emerald (später bravourös von Skyclad gecovert) stammen.

Eine Platte aus dem Schaffen von Thin Lizzy herauszupicken ist, ob der Güte ihrer Platten, keine leichte Aufgabe, ich habe mich aber mal ganz subjektiv für "Thunder & Lightning" aus dem Jahre 1983 entschieden, dass die Lizzys hier wohl die bis dato beste Hardrock/Metal-Platte mit doppeltem Axt-Besatz gemacht haben, erst später getoppt von Iron Maiden zu ihrer Glanzzeit. Es entstand zu einer Zeit, als Thin Lizzy den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht hatten und immer stärkere Line-Up-Probleme schon langsam darauf aufmerksam machten, das Thin Lizzy wohl auch an ihrem Erfolg zerbrechen würden. So hatte ein Gitarrero Snowy White schon vor diesem Album seinen Hut genommen (ersetzt durch den superben John Sykes), während die vielleicht zweitwichtigste Person bei Thin Lizzy, Scott Gorham, Phil mitteilte das auch für ihn nach diesem Album der Hammer bei den Lizzys fällt. Trotzdem, oder auch gerade dessen, ist T&L gespickt mit Hits wie "Heart Attack", "Cold Sweat" (welches wiederum später von Sodom verthrasht werden sollte) oder das namensgebende "Thunder & Lightning". Gerade die letzteren beiden Songs waren allerdings auch sehr von der gerade aufkeimenden NWOBHM beeinflußt, womit sie einen Beweis erbrachten, das Thin Lizzy durchaus in der Lage waren, "fremde" Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Songs sind durch die Bank über jeden Einfluß erhaben, hier gilt der Spruch "Just killers, no fillers", Killerriffing par excellence meets swingenden Irish Folk meets Blue notes. Selten war Hardrock (dieses gequälte Genre) so spannend und doch gleichzeitig so erfrischend wie ein frisch geöffnetes Harp-Lager. Aggression gepaart mit Gefühl, Phil Lynott in natura und at his best.
Ein Muß! Nicht mehr, nicht weniger!

Facts: - Thin Lizzys "The Boys are back in town" war der im Radio am meistgewünschte Song, von Angehörigen amerikanischer Soldaten, nachdem diese aus dem Golfkrieg zurückkamen, schon komisch wenn man sich die Geschichte und Songs der Mitglieder von Thin Lizzy anschaut.
- Thin Lizzy sind bis heute noch nicht in die Rock´n´Roll Hall of Fame aufgenommen, ein Witz für alle Experten
- Was ist aus ihnen u.a. geworden: Midge Ure (machte Karriere (schon bei Ultravox (sollte man auch mal hören))), Brian "Robbie" Robertson (spielte auf der "Another Perfect Day"-Lp von Motörhead Gitarre), Gary Moore (macht immer noch (mal mehr mal weniger) Karriere)
- Auf Phil Lynotts Grabstein steht auf gälisch "Schlaf in Frieden unsere schwarze Rose", eine Liebeserklärung Irlands an ihren berühmten Sohn


Line-Up:

Phil Lynott - bass,vocals
Scott Gorham - guitars,vocals
Brian Downey - drums
Darren Warton - keyboards
John Sykes - guitars



Tracklist:

Thunder & lightning
This is the one
The sun goes down
The holy war
Cold sweat
Someday shes going to hit back
Baby please don´t go
Bad habits
Heart attack


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