CD-Review: HAGGARD: Awaking the Centuries. Mehr von HAGGARD

HAGGARD: Awaking the Centuries



  • Daß sich HAGGARD derart steigern würden, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet! Anscheinend hat die Band (wenn man bei HAGGARD überhaupt noch von Band sprechen kann) die Schwachstellen des Vorgängers ´And thou shalt trust...´ erkannt und vor allem im Songwriting enorme Verbesserungen vorgenommen.

    ´Awaking the Centuries´ ist ein echtes Hörerlebnis und gleichzeitig ein echter Hörgenuß geworden, wobei die Konzeptgeschichte um Nostradamus (setzt da an, wo das erste Album aufgehört hat) und die eingearbeiteten Hörspielparts den Gesamteindruck perfekt abrunden.

    Die metaltypischen Instrumente spielen auf dem zweiten offiziellen Album der Band eher eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt auf ´Awaking the Centuries´ liegt eindeutig auf den klassischen und folkloristischen Elementen, was aber zugleich unter Beweis stellt, daß Metal eben auf eine ähnliche Weise funktioniert, wie die o.g. Musikrichtungen.

    Das Songmaterial auf ´Awaking the Centuries´ ist enorm abwechslungsreich ausgefallen und transportiert die verschiedensten Stimmungen. Mal ist die Musik bedrückend düster, mal heiter und beschwingt (nett gesagt, gelle ;-) ). Ab und an kommt einem sogar die ´Pionierband´ in Sachen Verbindung von klassischer und moderner Musik, RONDO VENEZIANO, in den Sinn.
    Daß die Musiker zu jeder der verarbeiteten Einflüsse eine seht starke Beziehung haben, hört man in jedem Ton und immer wieder bin ich von den interessanten Arrangements beeindruckt.
    Und wie bereits oben erwähnt, ist das Songwriting um einiges ausgereifter ausgefallen, als beim Vorgänger, wodurch man in den Songs endlich auch den roten Faden erkennen kann und es sich nicht so anhört, als wären einfach nur ein paar gute Teile zusammengefügt worden.

    Die Produktion hätte fast als perfekt bezeichnet werden können, da jedes Instrument hervorragend herauszuhören ist und vor allem der Neue Moskauer Radio Chor wurde meiner Meinung nach perfekt in Szene gesetzt. Wirklich beeindruckend! Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe ist, warum der Metal-Anteil der Musik so sehr verhunzt wurde. Die Drums wirken irgendwie unpassend steril und der Gesang oft seltsam künstlich geglättet. Vor allem aber ab dem achten Song ´In a fullmoon Procession´ werden die Metal Instrumente plötzlich derart dumpf, daß man das Gefühl hat, Druck auf den Ohren zu haben. Echt schade.

    Insgesamt ist ´Awaking the Centuries´ eindeutig eine Höhepunkt in Sachen Klassik-Metal und im Gegensatz zu THERION, die durch ihre Ideenlosigkeit allmählich zu langweilen beginnen, gibt es bei HAGGARD massig Details, die man erst entdecken muß. Auf der anderen Seite hätte das Album angesichts der verwendeten Fremdkompositionen doch etwas länger ausfallen können, als nur knappe 38 Minuten.
    Anspieltip: das mit einem wunderschönen Refrain versehene ´Prophecy Fullfilled/And the Dark night entered´ (übrigens mit der härteste Song des Albums).

    Fierce


    Veröffentlichungstermin: 07.02.2000

    Spielzeit: 37:42 Min.

    Produziert von Dieter Roth
    Label: Drakkar

    Email-Adresse der Band: christian.nasseri@pentakom.de

    Tracklist:
    I. Intro
    1. Rachmaninov:Choir
    2. Pestilencia

    II. Chapter I
    3. Heavenly Damnation

    III. Chapter II
    4. The Final Victory
    5. Saltorella La Manuelina

    IV. Chapter III
    6. Awaking the Centuries
    7. Statement zur Lage der Musica

    V. Chapter IV
    8. In a Fullmoon Procession
    9. Menuett

    VI. Chapter V
    10. (Part 1) Prophecy Fullfilled
    (Part 2) And the Dark night Entered
    11. Courante
    12. Rachmaninov: Choir


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    Über Fierce

    Ich wollte schon immer mal mit dir und einer Kiste Bier durch den Wald laufen.

    Fierce wird in der Gegenwart von Rachendrachen bisweilen romantisch.

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