CD-Review: APOCALYPTICA: Reflections. Mehr von APOCALYPTICA

APOCALYPTICA: Reflections



  • Sie ist eingängiger, weniger tiefgehend, vorhersehbarer, sanfter und kommerzieller – es war ja zu befürchten, als bekannt wurde, dass Max Lilja aus der Band ausgestiegen ist, irgendwie hat es gestunken.
    APOCALYPTICA haben sich mit dem neuen Album "Reflections" gewandelt und es fällt als alter Fan nicht leicht, sich mit den neuen Gegebenheiten abzufinden.

    Fan, finde dich ab. Erst dann kannst du erkennen, dass "Reflections" ein richtig gutes Album geworden ist, auf dem es viel zu entdecken gibt.

    Es ist aber auch seltsam, dass die meisten Songs auf dem neuen Finnen-Werk mit Schlagzeug oder zumindest mit Drumsounds unterlegt wurden. Schließlich war es bislang doch ein ganz besonderer Reiz, wie APOCALYPTICA das Fehlen dieses Instruments auf geradezu geniale Weise überbrückten. Im Gegensatz zum Vorgänger "Cult" werden hier zusätzlich nicht nur mit Percussions zur Unterstützung gearbeitet, sondern so richtig klassisch wie man das beim Metal gewohnt ist. Ein kluger Schachzug war es da, sich gleich für fünf Stücke Dave Lombardo ins Studio zu holen, dessen Drumming man auch hier sofort heraushört. So schafft er es doch tatsächlich, das anfängliche Ärgernis in der ersten Stufe erträglich zu machen und dann sogar für Verzückung zu sorgen. Eine sehr starke Leistung und das ohne drauf los zu knüppeln wie der letzte Derwisch.
    Genauso merkwürdig mutet es auch zunächst an, wie geradlinig die drei Cellisten (hört man das dem Sound der Band eigentlich wirklich an, dass da nur drei am Werk sind oder bildet man sich das nur ein?) auf "Reflections" zu Werke gehen. Die Schlagzeuglücke gilt es nicht mehr zu stopfen und da verwundert es nicht so sehr, dass man manchmal kaum noch erkennt, ob hier Cellisten oder Gitarristen am Werk sind. Zumal die Herren sich ja teilweise auch noch derart an die "gewöhnlichen" Metalbands anlehnen, indem sie moderne Strömungen aufgreifen und diese in ihre Musik einfließen lassen, so dass "Heat" fast schon New-Metal-lastig daher kommt – es gilt wieder kräftig zu schlucken.

    Und durch diese Geradlinigkeit schaffen es APOCALYPTICA natürlich auch nicht, eine derart intensive Atmosphäre zu erschaffen, wie auf dem Vorgänger.
    Umso mehr steht die Eingängigkeit der Melodie im Vordergrund und das ist auch der Ansatzpunkt, an dem man sich festkrallt und durch den man langsam in das Werk eintaucht. Nach und nach findet man Gefallen an den SONGS und ist auch bereit, die Vielfalt dieses Albums zu erkunden. Immer deutlicher werden die Ideen hinter den Stücken, egal ob leicht beschwingt, orientalisch/mexikanisch angehaucht, mit osteuropäischer Schwermütigkeit versehen oder metallisch hart.
    Man kann es positiv oder negativ werten, "Reflections" ist kein Album mehr, das man mit allen Sinnen in sich aufnehmen muss, "Reflections" ist ein Album, das man einfach auch mal nebenbei laufen lassen kann und doch können genauso Gefühle ausgelebt werden, was bei APOCALYPTICA einfach dazu gehört!

    Ich werde den Teufel tun und den Schritt, den APOCALYPTICA mit diesem Album getan haben, in den Himmel loben, aber ich kann ihn inzwischen gut akzeptieren, denn er kann durchaus ein bedeutender gewesen sein.
    Die Vorstellung, dass die Band aber plötzlich mit einem ganzen Tross an Begleitmusikern auf der Bühne stehen könnten, lässt mich dagegen nach wie vor erschaudern...


    Veröffentlichungstermin: 10.02.03

    Spielzeit: 49:13 Min.

    Line-Up:
    Eicca Toppinen,
    Paavo Lotjonen,
    Perttu Kivilaakso


    Produziert von T-T Oksala / Mika Jussila
    Label: Spitfire/Mercury

    Hompage: http://www.apocalyptica.com


    Tracklist:
    01. Prologue (Apprehension)
    02. No Education
    03. Faraway
    04. Somewhere Around Nothing
    05. Drive
    06. Cohkka
    07. Conclusion
    08. Resurrection
    09. Heat
    10. Cortége
    11. Pandemonium
    12. Toreador II
    13. Epilogue (Relief)



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    Letzten Endes wars halt vergeudete Zeit und vergeudetes Geld...

    Trotz seiner fünf gekaufter Alben weiß Fierce nicht, was so toll an CREMATORY sein soll.

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