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  • REFLECTION: Advertising Violence

    • cdreview - REFLECTION: Advertising ViolenceDie Westfalen REFLECTION waren lange im typisch deutschen Thrash unterwegs, auch noch auf dem Debüt "Made In Hell". Mit dem konnte man nach vorher eher überschaubaren Erfolgen dann doch mal etwas verdiente Aufmerksamkeit erlangen. Nun also steht nach über sechs Jahren endlich mit "Advertising Violence" ein neues Album an. Unterstützung bekam man von DAWN OF DESTINY-Drummer Boris Frenkel, der für die Aufnahmen ausgeholfen hat. Mittlerweile ist Ex-Drummer Stephan Bäumer wieder mit an Bord.

      In der Zeit hat sich durchaus einiges getan, die Herren Musiker haben sich hörbar weiterentwickelt und vor allem haben sie merklich die Seiten gewechselt. Statt typisch Deutsch ist nun ein Ausflug in die Bay Area angesagt. Mit verdammt viel Feuer im Hintern schrubben sich REFLECTION durch knackige Songs, die mal an DEATH ANGEL erinnern, sehr oft an TESTAMENT, etwas VIO-LENCE, man könnte die ganze San Franzisco-Riege grob um 1985 aufzählen. Sehr energisch hauen die Kerle aus Lünen ihre Songs aus den Boxen, mit einer Power, die durchaus in die heiße Zeit des Thrash zurückfühlen lässt. Vor allem die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit überzeugt, viele der Riffs können einem ein wohlwollendes Kopfnicken entlocken. Die Leads kommen sehr melodisch, erinnern dann oft an TESTAMENT, können mit den Vorbildern aber nicht ganz mithalten. Hier und da kommen doch noch etwas die Anleihen am deutschen Thrash durch, aber eben vor allem die Freunde des frühen Ami-Thrash bekommen eine Vollbedienung. Sägende Songs wie "Rise", "Collecting Memories" oder das wütende "No Way Back" sind klasse, es wird gemosht, der Einmann-Pit ist schnell eröffnet, Headbangen tut wieder richtig weh, in den 80ern ging das irgendwie anders. Wird bei "Flesh And Bones" oder "Value For Warfare" Vollgas gegeben, dann kommen auch die schnellsten Songs der frühen ANTHRAX in Erinnerung. Immer wieder lässt man auch deutlich METALLICA zu "Ride The Lightning"-Zeiten durchklingen. Was hier nach einer Gesichtslosen Band klingen mag, ist mehr als hörenswert. Nicht nur durch das Einfließen der deutschen Thrash-Pioniere verpassen REFLECTION ihrem Sound eine recht eigene Note. Das Instrumental "Perplexity" ist vielleicht nicht notwendig gewesen, und nicht jeder Song ist ein echtes Highlight. Aber in der Summe bleiben genug starke Tracks, die nicht nur alten Thrashern eine Menge Spaß machen. Die Vocals sind gereift, der Sound ist prima, Oldschool-Thrasher sollten spätestens jetzt Ausschau halten nach REFLECTION.

      Wer auf klassischen Bay Area-Thrash steht, der kann bei "Advertising Violence" bedenkenlos zugreifen. Ob REFLECTION in Zeiten den gewünschten Erfolg haben werden, wo ihre Vorbilder wieder beeindruckende Alben herausbringen, 2010 war da ja ein ganz großes Jahr, das bleibt abzuwarten. Drei der neuen Songs kann man sich auf der Bandhomepage anhören.

      Veröffentlichungstermin: 18.02.2011

      Spielzeit: 47:24 Min.

      Line-Up:
      Markus Radola - Vocals
      Timo Lehmann - Gitarre
      Heino Drescher - Gitarre
      Siggi Kwapich - Bass, Vocals
      Boris Frenkel - Drums 

      Produziert von Reflection
      Label: Sony Music

      Homepage: http://www.reflection-metal.de

      MySpace-Seite: http://www.myspace.com/reflectionmetal

      Tracklist:
      1. Sparks Of Life
      2. Rip And Slash
      3. Rise
      4. Bury You
      5. Collecting Memories
      6. Flesh And Bones
      7. No Way Back
      8. Apocalyptic Chaos
      9. Value For Warfare
      10. Perplexity
      11. The Last Relief

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      Der Bauch wächst, das Konto schrumpft, die normalen Musiker dieser Welt nehmen einen nicht ernst.....

      Einzelschicksale in Doom.

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