CD-Review: HYDRA: Long Way To Lord And Other Stories. Mehr von HYDRA

HYDRA: Long Way To Lord And Other Stories

  • cdreview - HYDRA: Long Way To Lord And Other StoriesHYDRA sind schon seit knapp 20 Jahren aktiv, veröffentlichen mit "Long Way To Lord And Other Stories" aber erst ihr zweites Album, dem man die langjährige Erfahrung aber durchaus anhört.
    Die Japaner spielen einen ziemlich intensiven Mix aus proggigem Power Metal und melodischen Thrash-Einschüben, treten zumindest zu Anfang oft auf´s Gaspedal und riffen sich ordentlich einen ab. "Long Way To Lord And Other Stories" ist vollgepackt mit Riffs, Breaks und Soli und droht jeden Moment davon zu bersten, kriegt aber immer wieder die Kurve.
    Typisch japanisch ist der immer etwas kreischig wirkende Gesang, das grammatikalisch teilweise haarsträubende Englisch und der musikalisch hohe Standard, prinzipiell untypisch dagegen die Herangehensweise ans Songwriting. HYDRA integrieren immer wieder Parts aus stilfremden Bereichen und teilweise auch sehr moderne Parts, obwohl sie ansonsten durchaus als traditionelle Band bezeichnet werden können. Außerdem gibt es zwar regelmäßig eingängige Refrains zu hören, ansonsten aber nicht die typischen Songaufbauten.
    Stellt euch eine ganz grobe Mischung aus den Landsleuten von VIGILANTE und VOLCANO vor und ihr bekommt einen ungefähren Eindruck, was euch erwartet. Mir gefallen Songs wie der Opener "Anger" oder das gleich darauf folgende "Naked Kingdom", während z.B. das extrem auf Neue Deutsche Härte (!) getrimmt wirkende "No Life King" überhaupt nicht meine Baustelle ist und irgendwie auch total seltsam wirkt. Im Mittelteil des Albums empfinde ich die diversen Experimente nicht immer als geglückt, dafür schließt das Album mit den "Long Way To Lord Suites" aber wieder sehr versöhnlich ab. Starke Melodien, geschickte Breaks, Akustikparts, weibliche Ergänzungsgesänge und Abwechslungsreichtum pur.
    Die Produktion ist okay wenn auch nicht ganz optimal. Die Klampfen klingen teilweise doch ziemlich digital, tragen aber auch irgendwie zum eigenwilligen Gesamtbild bei, wie eben auch das doch sehr hässliche Cover!
    Für westliche Ohren ist "Long Way To Lord And Other Stories" sicherlich kein einfach zu konsumierendes Album, aber ich bin froh über jede Band, die versucht aus vorgefertigten Schemata auszubrechen - ob bewusst oder unbewusst sei mal dahin gestellt. Hört einfach mal rein!



    Veröffentlichungstermin: 21.12.2009

    Line-Up:

    Sumio Tamai - vocals
    Akihiko Yamada - guitar
    Kazuya Inui - bass
    Takayosi Kakuya - drums



    Produziert von Tetuya Matuda
    Label: Obsidian Factory

    Homepage: http://hydra-web.net

    MySpace: http://www.myspace.com/newpopsprogressivehydra

    Tracklist:

    01. Anger
    02. Naked Kingdom
    03. Loveless
    04. Dark Hero
    05. No Life King
    06. The Way Of The World
    07. Long Way To Lord Suites
    I. Long Way To Lord
    II. Race On Crossroad
    III. Karma
    IV. Children Of Sun




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    Musste mir nur noch kurz das Blut vom Kinn wischen...was war los, wo ist Gemetzel?

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