CD-Review: HARDCORE SUPERSTAR: Hardcore Superstar / Dreamin´ In A Casket [Re-Releases]. Mehr von HARDCORE SUPERSTAR

HARDCORE SUPERSTAR: Hardcore Superstar / Dreamin´ In A Casket [Re-Releases]

  • cdreview - HARDCORE SUPERSTAR: Hardcore Superstar / Dreamin´ In A Casket [Re-Releases]Nach dem verdienten Erfolg des aktuellen Albums "Beg For It" hat Nuclear Blast nun auch die beiden letzten Alben der Schweden HARDCORE SUPERSTAR in ihrer Reloaded-Serie als Re-Releases nachgeschoben.

    Das 2006er Album "Hardcore Superstar" zeigt den Street-Metal der Band aus Gothenburg noch recht wild und ungezügelt. Orientiert an den frühen Bands der 80er Glam/Sleaze-Welle hat man immer das Gefühl, hyperaktive MÖTLEY CRÜE, FASTER PUSSYCAT, RATT, BRITNY FOX und Co. im Player zu haben. Auch typische GUNS N ROSES-Grooves werden verbraten, man klaut Riffs beim KISS-Klassiker "Cold Gin" und Melodien bei TESLA. Wohlgemerkt alles mit knackig jugendlicher Frische, nicht so hoch poliert wie bei den Vorbildern. Dabei hauen HARDCORE SUPERSTAR gern mal ein sägendes Metal-Riff raus, was im Zusammenhang mit Hair-Metal erstmal unpassend klingt, den Songs aber teils einen fiesen Drive verpasst. Natürlich ist man längst nicht so thrashig, wie es die Band gern selber darstellt, man rockt aber zumindest auf SKID ROW-Ebene. Wie nah die Stimme von Frontmann Jocke Berg bei Jeff Keith von TESLA hängt, wird vor allem beim balladesken Anfang von "Hateful" deutlich, aber eigentlich zieht sich der Vergleich passend durch die komplette Laufbahn von HARDCORE SUPERSTAR. Schmutzige Rocker wie "Bag On Your Head", "We Don´t Celebrate Sundays" oder "Wild Boys" singt man gern mit, beim MÖTLEY CRÜE-like Stampfer "My Good Reputation" träumt man von heißen Tabledance-Miezen, bei "Blood On Me" eher von den Herren YOUNG/JOHNSON. Bei "Standin´ On The Verge" sind dann wieder TESLA allgegenwärtig. "Hardcore Superstar" macht Spaß, wenn man die genannten Bands mag, und lebt von einer sympathischen Portion Frische. Als "Bonus" gibt es drei Proberaum- bzw. Demoaufnahmen bereits enthaltener Songs, die so keiner braucht.

    Während "Hardcore Superstar" noch reichlich an die ersten vier wilderen Alben erinnert, wirkt "Dreamin´ In A Casket" von 2007 schon deutlich gereifter. Die Melodien sitzen perfekt, die Riffs sind zwar immer noch dreckig, aber klarer strukturiert und die Songs kommen auf den Punkt. Zwischen diesen beiden Alben hört man die Weiterentwicklung von HARDCORE SUPERSTAR am deutlichsten. Auch die harten Parts kommen deutlich griffiger, hier erkennt man neben polternder Double-Bass sogar mal ein gemäßigtes Riff aus den besten Bay-Area-Tagen. Das Grundgerüst ist weiterhin aber der Glam- und Sleaze-Rock, nur eben nicht aus frühesten Tagen, sondern als auch Hair-Bands wie MÖTLEY CRÜE, POISON, WARRANT usw. mehr Zeit an den Instrumenten verbrachten als beim Friseur. Mitsing-Songs wie der Titeltrack, unterlegt mit GUNS N ROSES-Riffs, oder das schmutzige "Sophisticated Ladies", wieder mit reichlich TESLA-Anleihen, hätten damals sicher jede Tanzfläche gefüllt. Hier darf auch mal ein Theremin Sphärische Klänge einspinnen. Im direkten Vergleich wirkt "Dreamin´ In A Casket" weitaus erwachsener als der Vorgänger und zeigt den Weg in Richtung "Beg For It". Auch hier weiß man als Fan nicht so recht, was man mit den drei Demosongs bereits vorhandener Songs soll.

    Über den Wert von Re-Releases in dieser Form braucht man wohl kaum reden. Wenn wenigstens noch ein paar knackige Live-Songs vertreten wären von ganz alten Songs. Dieses "Bonus"-Material bringt niemandem was. Anders sieht es mit den Alben selbst aus. Beide machen Spaß und dürften Fans der genannten Glam/Sleaze-Bands garantiert gefallen, zumal HARDCORE SUPERSTAR wirklich rocken. Wer durch das aktuelle Album zu HARDCORE SUPERSTAR gekommen ist, der kann hier gerne nachrüsten, beide Alben haben ihren Reiz. Für Fans, die "Hardcore Superstar" und "Dreamin´ In A Casket" bereits im Schrank haben, sind die Re-Releases uninteressant. Die sollten ihre Kohle lieber in die Klassiker der oben genannten Bands investieren.


    Veröffentlichungstermin: 16.10.2009

    Spielzeit: 61:50 / 62:02 Min.

    Line-Up:
    Jocke Berg - Vocals
    Vic Zino - Guitar
    Martin Sandvik - Bass
    Magnus Andreasson - Drums

    Label: Nuclear Blast

    Homepage: http://www.hardcoresuperstar.com

    MySpace: http://www.myspace.com/hardcoresuperstar

    Tracklist:
    Hardcore Superstar (2006)
    1. Kick On The Upperclass
    2. Bag On Your Head
    3. Last Forever
    4. She´s Offbeat
    5. We Don´t Celebrate Sundays
    6. Hateful
    7. Wild Boys
    8. My Good Reputation
    9. Your Eyes Out
    10. Simple Man
    11. Blood On Me
    12. Standin´ On The Verge
    Bonus:
    13. Kick On The Upperclass (Rehearsal Take)
    14. We Don´t Celebrate Sundays (Rehearsal Take)
    15. Wild Boys (Demo

    Dreamin´ In A Casket (2007)
    1. Need No Company
    2. Medicate Me
    3. Dreamin´ In A Casket
    4. Silence For The Peacefully
    5. Sophisticated Ladies
    6. Wake Up Dead In A Garbagecan
    7. Spreadin´ The News
    8. This Is For The Mentally Damaged
    9. Sensitive To The Light
    10. Lesson In Violence
    11. Sorry For The Shape I´m In
    12. Resistance
    Bonus:
    13. Dreamin´In A Casket (Demo)
    14. Sophisticated Ladies (Demo)
    15. This Is For The Mentally Damaged (Demo)

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    Ich hab´ Andys Einladung, mit ihm in der Badewanne über die letzte CANDLEMASS zu diskutieren, abgelehnt.

    Da hört für Frank die Liebe zum Doom auf...

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