CD-Review: QUIET RIOT: Rehab. Mehr von QUIET RIOT

QUIET RIOT: Rehab

  • cdreview - QUIET RIOT: RehabWow, es ist echt schon ewig her, als QUIET RIOT mit dem dritten Album "Metal health" einschlugen wie eine Bombe, im Titeltrack lautstark "Bang your head" forderten und mit dem SLADE-Cover "Cum on feel the noize" die Hitparaden knackten. Die folgenden Scheiben "Conditional critical" und "III" konnten da nicht mithalten, das gute 88iger-Album "QUIET RIOT" veredelte nach dem Ausstieg von Sänger und Aushängeschild Kevin DuBrow der großartige Paul Shortino (SHORTINO, ROUGH CUTT) mit seiner Stimme, welcher nach dem unverständlichen Flop dieser Platte zusammen mit Basser McNabb die BADD BOYZ gründete. QUIET RIOT, eine Band, die mit ihren Mitgliedern wie Tony Franklin (WHITESNAKE, THE FIRM, BLUE MURDER, PAT TRAVERS AND CARMIN APPICE), Rudy Sarzo (OZZY OSBOURNE, DIO, WHITESNAKE, MANIC EDEN), Frankie Banali (W.A.S.P., BILLY IDOL, MASI), Chuck Wright (HOUSE OF LORDS, GIUFFRIA, MICHAEL SCHENKER, PAT TRAVERS AND CARMIN APPICE), Dana Strum (SLAUGHTER, VINNIE VINCENT INVASION, VINCE NEIL) und natürlich in den Anfangstagen Gitarrenwunder Rhandy Roads (OZZY) die halbe Hard Rock-Welt mit Musikern versorgte, wird zu Grabe getragen. Die Reformierung von QUIET RIOT im Jahre 1993 und die folgenden vier Scheiben gingen eindruckslos an mir vorbei, somit hielten sich die Erwartungen an die neue Scheibe "Rehab" sehr in Grenzen.

    So kann man sich irren, denn "Rehab" rockt ganz gewaltig! Nach wieder reichlich Besetzungschaos hat DuBrow mit Banali und Franklin wieder gewohnte Leute neben sich, was man auch deutlich hört, Studiomusiker Neil Citron liefert die Gitarren. Den Gedanken an Rentner-Rock drückt man mit einem modernen, hart groovenden Opener schnell beiseite. Aber anstatt sich zu sehr an modernen Sounds zu versuchen oder gar einfach ihren alten stampfigen Hard Rock´n´Roll neu aufzuarbeiten, rückt man ein ganzes Stück zurück und verpasst vielen Songs einen stark bluesigen 70iger Touch. Bei Songs wie "Black reign" denkt man sofort an LED ZEPPELIN, die kommen zum Beispiel auch beim drückenden Blues "Old habits die hard" deutlich durch. Dazu kommen dann immer wieder typische Hard Rock-Refrains und ein paar Songs, die etwas an die Hitphase von QUIET RIOT erinnern. Dazu immer wieder einfach griffige klassische Rock-Mucke und mit "Don´t think" einen hart und modern klingenden Groover, der mit normal gestimmter Gitarre in den 80igern die Tanzflächen gefüllt hätte. Highlight ist ganz klar der 9-Minuten-Smasher "Evil woman", der mit Hammondorgel und starkem 70iger DEEP PURPLE-Touch wirklich gefangen nimmt und sich hartnäckig steigert. Dazu liefert sich DuBrow ein absolut geiles Duett mit Großmeister GLENN HUGHES (DEEP PURPLE, BLACK SABBATH, IOMMI) - schade, dass die Orgel zu Gunsten der Gitarre etwas in den Hintergrund gemischt wurde. Mittlerweile sind wieder Alex Grossi und Chuck Wright mit von der Partie, hoffen wir mal, dass nun wieder etwas Stabilität ins Haus QUIET RIOT einkehrt, die passende CD dazu haben sie ja abgeliefert. Unfair bleibt aber das übliche Spiel, auf den Europa-Release einen Song mehr zu packen als auf die U.S.A.-Auflage, und die Japaner bekommen noch einen anderen Bonustrack. Wer sich per Filesharing die Bonustracks zusammensucht, tja, der nimmt sicher auch gleich die ganze CD auf dem Wege mit. Intelligentes Labelmanagement sollte heute anders aussehen...

    Rundum ist "Rehab" eine überraschend starke, abwechslungsreiche Scheibe, die man so sicher nicht erwartet hätte. QUIET RIOT sprechen mit "Rehab" nicht nur ihre alten Fans an, sie empfehlen sich auch für Freunde des klassischen 70iger Rock.


    Veröffentlichungstermin: 31.10.2006

    Spielzeit: 62:44 Min.

    Line-Up:
    Kevin DuBrow – Vocals
    Neil Citron – Guitars
    Tony Franklin – Bass
    Frankie Banali – Drums

    Label: Demolition Records

    Homepage: http://www.kevindubrow.com


    Tracklist:
    1. Free
    2. Blind faith
    3. South of heaven
    4. Black reign
    5. Old habits die hard
    6. Strange daze
    7. In harms way
    8. Beggars and thieves
    9. Don´t think
    10. It sucks to be you
    11. Evil woman
    12. Wired to the moon



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    Diese Woche auf Doom-Tour hat mich einfach reifer, klüger und schöner gemacht.

    Da sag noch einer, Metaller würden auf Tour nur saufen...

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