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HAWG JAW: Don´t Trust Nobody

  • cdreview - HAWG JAW: Don´t Trust NobodyAlso bitte, das hat mir doch schon meine Mutter beigebracht, dass ich niemandem trauen soll und von Fremden keine Schokolade nehmen darf. Nicht mal ihr traue ich. Für solche Aussagen brauchen wir HAWG JAW also nicht. Für was dann? Genau, um das Bedürfnis nach Sludge zu stillen. Denn wie jeder weiß, ist dies ein verdammt stiefmütterlich behandeltes Genre, dem nicht wirklich zu viel Bedeutung zugetan wird. Vielleicht freue ich mich gerade deshalb jedes Mal aufs Neue, wenn ich eine Scheibe dieses Genres zu hören kriege. Selbst wenn sie - wie "Don´t Trust Nobody" - eher zu den schlechteren im Sumpf des Sludge gehört.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass das neue Album der Dreckspatzen aus New Orleans unhörbar schlecht ist. Die Mannschaft um EYEHATEGOD-Bassist Gary Mader hat durchaus ihre guten Seiten. HAWG JAW sind hässlich, derb, dreckig, verzerrt und widerlich. Also alles gute Gründe als Sludge-Freund sich diese Scheibe anzueignen. Vor allem da sie nach EYEHATEGOD klingt. "Don´t Trust Nobody" ist jedoch punkiger und wilder, weniger zäh. Genau das ist es, was HAWG JAW weniger heavy und erdrückend klingen lässt als andere. Und genau darauf kommt es für mich bei dieser Musik an. Einige der dreizehn Songs dieser Scheibe, wie "Amongst the Vultures" und "Derailed", verkörpern dies, auf das Gesamte ist mir die Scheibe dennoch zu schnell und zu gleichförmig.

    Sie reißen mich einfach nicht so mit, wie andere Bands in diesem Metier, weder SOILENT GREEN noch CORROSION OF CONFORMITY klingen langatmig oder austauschbar. Ansonsten passen Produktion, die Musiker sind alles andere als Virtuosen, wissen jedoch wie der Hase läuft, und Sänger Mike kotzt sich die Stimme aus dem Leib, schön übersteuert natürlich. Bei all dem Für und Wider, das dem fünften Album von HAWG JAW beiwohnt, bleibt abschließend festzustellen, dass man lieber "Dopesick" oder "Sewn Mouth Secrets" mal wieder rauskramen sollte. Wer aber unbedingt neuen New Orleans-Sound braucht, darf sich "Don´t Trust Nobody" ruhig zulegen.

    Veröffentlichungstermin: 19. September 2006

    Spielzeit: 33:06 Min.

    Line-Up:
    Mike Dares – Vocals
    Gary Mader – Guitar
    Paul Webb – Bass
    Matt Williams – Drums

    Label: Emetic Records

    Homepage: http://www.hawgjaw.com


    Tracklist:
    1. Stranger in the Window
    2. Devein
    3. Amongst the Vultures
    4. Believe Nothing
    5. Bleed it Dry
    6. Random Acts of Knifings
    7. Huron
    8. I Take That Back
    9. Worse Case
    10. Torn Apart
    11. Uncrossing
    12. Derailed
    13. Baitin´ the Traps



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    Ich meinte natürlich ´reich´, Herrschaftszeiten, ich werd schon zum Gert. Artikulation = 0, aber im Bett 1a!

    Tja, jeder hat halt so seine Stärken und Schwächen...

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