CD-Review: HATE: Anaclasis (A Haunting Gospel of Malice and Hatred). Mehr von HATE

HATE: Anaclasis (A Haunting Gospel of Malice and Hatred)

  • cdreview - HATE: Anaclasis (A Haunting Gospel of Malice and Hatred)Gleich krieg ich Angst. Oder einen Gähnanfall. Versucht also wieder wer den großen bösen Macker raushängen zu lassen. Aber die Musik ist gut. Death Metal der düsteren Sorte, mit ziemlichem MORBID ANGEL und ZYKLON-Einfluss wird zum 15jährigen Bandbestehen von den Polen geboten. Dazu gibt es immer wieder schöne Kontraste wie schleppende Gitarrenriffs, die über uferlos flinke Blast Beats gelegt werden. Dazu eine dunkle, unheilvolle Atmosphäre, das hat schon was für sich.

    HATE ballern also nicht ohne Sinn und Verstand, viel mehr zelebrieren sie das Extreme in unterkühlter Form. Hier lässt sich keine Wärme erkennen, wenn die Scheibe läuft, muss ich sofort die Heizung aufdrehen. Irgendwie wirkt das ziemlich Industrial-mäßig, selbst wenn auf diesem vierten Album in der Bandgeschichte Samples und Keyboards nur am Rande vorkommen, wie in "Malediction" und "Euphoria of the New Breed". Vielleicht liegt es an dem Drumsound, der so sauber klingt, dass es an Sterilität grenzt. Ich tippe eh auf Drumcomputer, so schnell und tight wie die Blast Beats und Double-Bass-Einlagen sind.

    Schön ist, dass HATE ihr Album nicht kaputtkomponiert haben: Zwar ist das Material auf "Anaclasis" recht anspruchsvoll und stellenweise auch richtig komplex, aber niemals überfrachtet. Also, einfache Gleichung: Riffs = Killer. Man kann den Gedanken des Herrn Adam the first sinner also auch als Normalsterblicher folgen. Was bei der ganzen Perfektion in Sachen Soundgewand und Songwriting jedoch ganz vergessen wurde, ist die Intensität. Das Album kann nämlich leicht am Hörer vorbeirauschen, wenn man nicht aufpasst, irgendwie packt die Musik den Hörer nicht an den Eiern wie beispielsweise bei ZYKLON.

    Alles in allem ist "Anaclasis" besser als erwartet – in Anbetracht des Covers und der Songtitel. Statt stumpfem Geprügel gibt es wirklich clevere, extreme Musik zu hören, die zwar nicht unbedingt viel Neues bietet, aber Fans des Genres sicherlich einige schöne Stunden bereiten wird. Kein Pflichtprogramm, aber Reinhören schadet bestimmt nicht.

    Veröffentlichungstermin: 3. November 2005

    Spielzeit: 35:59 Min.

    Line-Up:
    Adam the first sinner – Guitar, Vocals, Synthetics, Samples
    Caprian – Bass
    Hellrizer – Drums

    Label: Listenable Records

    Homepage: http://www.hatesatanic.org

    Email: adsinner@interia.pl

    Tracklist:
    1. Anaclasis
    2. Necropolis
    3. Hex
    4. Malediction
    5. Euphoria of the New Breed
    6. Razorblade
    7. Immortality
    8. Fountains of Blood to Reach Heavens


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    Wenn es um IMPALED geht, wird der Käpt´n auch mal romantisch...

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