CD-Review: ALEXANDER HACKE: Sanctuary. Mehr von ALEXANDER HACKE

  • cdreview - ALEXANDER HACKE: SanctuaryBedeutet ´hacke sein´ eigentlich auch in anderen Dialekten als dem meinigen soviel wie ´breit´, ´dicht´ oder ´abgeschossen´? Scheinbar ja, wenn man sich die Musik von Alexander Hacke auf "Sanctuary" so anhört. Der Name ist Programm, alleine schon ein Blick auf die Gästeliste der CD lässt die völlig überspannte Bandbreite der darauf enthaltenen Musik erahnen, oder besitzt ihr eine andere CD, auf der Musiker von UNSANE und den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN sowie Gianna Nannini höchstpersönlich sich die Klinke in die Hand geben? Entsprechend abstrus klingt das Endergebnis beim ersten Hören. Monotone TripHop-Passagen wie in "Love Me Love My Dog" kreuzen den Weg einer einsamen Gitarrenmelodie, die den Monolog einer sich schlitzenden Frau untermalt ("Sonntag"), dazu flirren einige rustikale, auf ihre Essenz reduzierte Elektronikschnipsel durch den Raum. Ein schleppendes Riff lähmt dann wieder den Titeltrack, während "Seven" von übersteuerten Gitarren angetrieben wird und somit die vampster-Relevanz sichergestellt ist. Den absoluten Höhepunkt stellt jedoch das epische, Tribalbeats und orchestrale Wucht vereinende "Per Sempre Butterfly" dar, gesungen von Gianna Nannini, deren exaltierte Gesangsleistung vermuten lässt, dass sie zu weit mehr fähig wäre als zu Italoschlagern. Die Gänsehaut übertrifft hier sogar noch jene, die uns heimsuchte, als Gianna Nanninis Duett mit Edoardo Benato 1990 im WM-Finale durch den Äther erklang. Je länger man sich auf die Reise in die bizarren Klangkreationen auf "Sanctuary" macht, umso fesselnder wirkt die ungewohnte Musik. Zwar gibt es mit dem Saxofon-Wecker-Duett "Yours Truly" auch einen hirnrindenschädigenden Ausfall zu verzeichnen, aber alle anderen Songs rechtfertigen eine eingehende Auseinandersetzung. Als Belohnung winken der Aufbruch in neue Gefilde jenseits der Hörgewohnheiten und ein trippiges Klangerlebnis, das vermutlich bei jedem wieder andere Bilder hervorruft, die jedoch eines gemeinsam haben dürften: Sie sind intensiv, hypnotisierend und zuvor ungekannt. Selten war es faszinierender, einen an der Waffel zu haben...

    Veröffentlichungstermin: 17.05.2005

    Spielzeit: 54:22 Min.
    Label: Koolarrow Records/BMG

    Homepage: http://www.hacke.org


    Tracklist:
    Minnie And Me
    Sister
    Love Me Love My Dog
    Sonntag
    Sanctuary
    Yours Truly
    Seven
    Per Sempre Butterfly
    All American Hour
    Sugarpie
    Brush/Throat


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