CD-Review: HOT BOOGIE CHILLUN: 15 Reason to Rock´n´Roll. Mehr von HOT BOOGIE CHILLUN

HOT BOOGIE CHILLUN: 15 Reason to Rock´n´Roll

  • cdreview - 15 Reason to Rock´n´RollTja, der echte Rock´n´Roll lebt nicht nur im meinem Herzen sondern auch ganz massiv in Berlin. Von dort beehren uns nun HOT BOOGIE CHILLUN mit einem sehr coolen, extrem abgehangenen Stück Musik, geschaffen mit Gitarre, Bass, Drums, Schweiß, Pomade und viel Herzblut. (Nebenbei auch noch mit einem sehr ansprechenden Cover versehen...hüstel)
    Dass den Jungs die Coolness auf die Backen geschrieben ist, kann man ja auch an der zweiten Spielwiese von Sänger Sascha sehen: BOSS HOSS. Deren geniale Country-Coverversion von OUTKAST, hat es ja tatsächlich bis ins Musik-TV geschafft, so dass sie uns jetzt auch in der Fernsehwerbung wissen lassen dürfen, wie der Sommer schmeckt. Solange dabei genug Geld rumkommt, um seine Hauptband über Wasser zu halten, kann ich das nur begrüßen. Genialer Coup!
    HOT BOOGIE CHILLUN besitzen in gewisser Weise auch eine leichte Tendenz zu Coverversionen (komplett ausgeführt bei "Oh Well" von FLEETWOOD MAC und "Widow Wimberley" von TONY JOE WHITE) oder teilweise auch einfach zum beherzten Griff in die Riffkiste. So geschehen beim Opener "What happened to me", der spürbaren "Locomotive Breath" versprüht. Im Gegensatz zu langweiligen Hippie-Klängen wird das berühmte Einstiegsriff aber hier absolut ungewaschen und nahezu eiskalt serviert.
    Auf der gesamten Platte begegnet einem der ein oder andere alte Bekannte, aber jedes Mal so stilvoll und frisch verpackt, dass man gar nicht umhin kann diese Platte trotzdem zu mögen. Davon abgesehen strotz die Band nur so vor Stilvielfalt und gewagten Ausbrüchen, dass man mangelnde Innovation hier nun beim besten Willen nicht unterstellen kann. Von klassischen Rock´n´Roll/Rockabilly-Songs ("I wanna") über 60´s-lastigen Klängen mit funkigen Bläsern ("Butterfly") bis hinzu herrlich obskuren Stripclub-Klängen mit verzerrter Schweineorgel ("Love and a 45") ist hier alles vertreten.
    Die Platte gewinnt durch die Klischee-Haftigkeit der Riffs (die ich persönlich ja überaus schätze) stark an Eingängigkeit, ist aber durch das wilde Sammelsurium von genialen Stil-Experimenten und Ideen immer überraschend und auf keinen Fall vorhersehbar.
    Jeder, der keine Stil-Scheuklappe, sondern eine schwarze Sonnenbrille unter seiner Tolle trägt, muss diese Platte lieben.
    Allen anderen sei trotzdem ein ausgiebiges Reinhören empfohlen, diese Band ist mit einem einzelnen Lied nicht zu fassen. Aber die Mühe lohnt sich, denn diese Platte rockt, groovt, ist mitreißend und will gar nicht mehr aus Player oder Ohr verschwinden.
    Eine perfekte Sommerplatte, zu der man aber anstatt Eis am Stiel liebe Bier vom Fass genießen sollte.


    Veröffentlichungstermin: 2005

    Spielzeit: 45.54 Min.

    Line-Up:
    Roberto Bangrazi – drums
    Michael Frick – bass
    Sascha Vollmer - guitar, vox

    Label: Drunkabilly Records

    Homepage: http://www.hot-boogie-chillun.com/


    Tracklist:
    1. What happenend to me
    2. Oh Well (FLEETWOOD MAC)
    3. Triple Extroversion
    4. Pure
    5. Chickpulling Machine
    6. Boogie & Harmony
    7. Butterfly
    8. I Wanna
    9. Love and a 45
    10. Good Coking
    11. Peneration
    12. Send me your Love
    13. Volcano
    14. Come on
    15. Widow Wimberley (TONY JOE WHITE)
    + Bonus CDROM "Oh Well" - Video



  •   Über Frank Kuhnle

    Über Frank Kuhnle

    Wenn jetzt noch was fehlt zermahle ich die CD und schniefe sie zur Konzentrationsunterstützung. Ist bestimmt gesund, die sind ja Straight Edge...

    Frank und seine HTML-Problemchen

    « Weitere Infos und mehr Artikel von Frank Kuhnle »