CD-Review: RUFFIANS: ´85 & Live. Mehr von RUFFIANS

  • cdreview - RUFFIANS: ´85 & Live Manchmal treibt diese ganze PowerMetal-KultKiste schon seltsame Blüten. Gerade mal auf ein mageres Minialbum haben es die RUFFIANS aus San Francisco in zwanzig Jahren gebracht. Auch, wenn die Truppe aus der Bay Area dafür ganz sicher keinen Fleiß-Preis bekommen wird – die 1985 erschienene, selbstbetitelte EP genießt in US-Metal-Kreisen bis heute einen ganz ausgezeichneten Ruf. Obwohl das Ding später auch als CD erschien (allerdings in der gefürchteten Steamhammer-Billigreihe) und das Vinyl dank Deutschland-Lizensierung bis heute mit etwas Mühe noch immer aufzutreiben sein sollte, wirft die rührige norddeutsche Plattenfirma Hellion Records die einzige offizielle RUFFIANS-Veröffentlichung pünklich zum Bang Your Head-Festival 2004 (wo die Band spielen wird – gebt Euch das mal!) in neuer Aufmachung noch einmal auf den Markt.


    Neben den sechs zeitlosen Nummern von der EP (treibender, sehr flott und frisch gespielter US-Metal mit einem famos singenden Carl Albert; nicht nur die abschließende Ballade „You’re All I Need“ erinnert hier an das ebenfalls ganz in schwarz nur mit Bandlogo erschienene Minialbum von QUEENSRYCHE) finden sich auf „´85 & Live“ zusätzlich sechs Live-Stücke, die die CD auf 58:06 Minuten Laufzeit hieven. Immerhin drei davon sind bislang unveröffentlicht, was für RUFFIANS-Fans (falls es solche noch geben sollte) beziehungsweise den geneigten US-Metal-Banger durchaus von Interesse sein könnte. „Desert Of Tears“ (erschien auf einem 1988er Demo der Band), „Ruffian“ und „I’ve Got To Know“ wurden Mitte der 80er Jahre in San Francisco live mitgeschnitten, gehen in die Richtung der Nummern von der EP, sind allerdings nicht ganz so stark wie diese. Der Sound der naturbelassenen Live-Aufnahmen ist ganz okay, nur die Gitarren klingen manchmal ein wenig schräg. Vom Publikum ist auch wenig zu hören, dafür singt der 1995 verstorbene Carl Spencer Albert (sang später noch bei VILLAIN und VICIOUS RUMORS) prima.


    Interessanter als die CD scheint die limitierte LP (jeweils 250 Stück in blauem bzw. rotem Vinyl auf soliden 180 Gramm) zu sein, findet sich hier statt der entbehrlichen Live-Aufnahmen das famose 3-Track-Demo von 1987, auf dem allerdings schon Rich Wilde sang.


    Das Booklet der CD ist sehr schön aufgemacht. Hier finden sich eine kurze Biografie, Texte und natürlich zahlreiche Fotos, Plakate, Eintrittskarten, Plektren und sonstige Devotionalien in Collagenform, mit denen der Geist der Mit-Achziger in der Bay Area ein Stück weit greifbar und lebendig wird. Dennoch wäre hier mehr dringewesen. Die Ruffians hatten Ende der 80er Jahre noch weitere Demos aufgenommen, die man hier gut und gerne hätte zusammenfassen und verbraten können. So bleibt dieser Quasi-ReRelease – zumindest auf CD - nur für Fans beziehungweise all jene, die die „Ruffians“-EP nicht ihr eigen nennen, interessant.



    CD-Tracks:

    Fight For Your Life
    Wasteland
    Bad Boys Cut Loose
    Run For Cover
    Eyes Of Fire
    You’re All I Need
    Wasteland (live)
    I´ve Got To Know (live)
    Desert Of Tears (live)
    Bad Boys Cut Loose (live)
    Ruffian (live)
    Run For Cover (live)


    Besetzung:
    Carl Albert/Rich Wilde - Gesang
    Craig Beerhorst - Gitarre
    Chris Atchinson - Gitarre
    Dan Moura - Bass
    Luke Bowman - Schlagzeug


    Spielzeit: 58:06


    Label: Hellion Records

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