CD-Review: HIM: Buried Alive By Love (Single). Mehr von HIM

HIM: Buried Alive By Love (Single)



  • M’Era Luna 2000 in Hildesheim: Ziemlich angenervt sieht man auf der Bühne den Auftritt von HIM und schaut die ganze Zeit auf die Uhr, wann der Auftritt von Herrn Valo – der meint, Singen mit Kippe im Mund ist noch cooler als die Sonnenbrille von Andrew Eldritch – endlich vorbei ist, damit THE SISTERS OF MERCY auf die Bühne kommen. Einige ca. 15-jährige Mädels versuchen hartnäckig mir weiszumachen, dass es sich bei HIM um wirklich grandiose Musiker mit einer unglaublichen Virtuosität handelt, und dass die Finnen eigentlich von allen missverstanden werden. Das Gespräch fand dann ein schnelles Ende, nachdem ich fragte, warum sie ihre Genialität denn so gut verstecken würden.

    2003: Viel hat sich nicht geändert. Um HIM findet zwar nicht mehr ganz so viel Hype statt wie noch vor wenigen Jahren, dennoch warten viele immer noch auf das Zeugnis ihrer herausragenden musikalischen Fähigkeiten, das die verteilten Lorbeeren rechtfertigen würde.
    Laut Info der Plattenfirma “lässt uns der Meister des melancholischen Rocks wieder am Reich seiner Emotionen teilhaben“. Ville Valo und HIM hätten sich “im Laufe von mittlerweile vier Alben zu einem Sprachrohr derjenigen Musikfans gemacht, die Gefühle abseits der Klischeehaftigkeit wieder ernst nehmen“. Hört, hört, die permanente Akkumulation von Liebe und Tod in allen Variationen ist also klischeefrei, und das Image des Sängers ja sowieso... na ja.

    Bei dieser Singleauskopplung handelt es sich um eine der ‚Rocknummern’ des Albums “Love Metal“. Ein schnelleres Stück, relativ eingängig, aber eben 08/15 – ein Stück, das nichts Besonderes ist und wahrscheinlich die Intention dahintersteckt, durch treibende Gitarren und härter klingende Vocals zumindest partiell aus der Fluffy-Ecke wegzukommen. Nur irgendwie ist mein persönlicher Eindruck, dass der Versuch, härtere Nummern zu schreiben, noch weniger zu HIM passt als die Perwoll-Tracks a la “The Funeral Of Hearts“, da der Song einfach sehr simpel klingt und Ville Valos Stimme auch nicht kraftvoll genug ist, um aus diesem Song etwas Herausstechendes zu machen. Als Gegenbeispiel sei hier u.a. NICKELBACK genannt, deren einfacheren Stücke vor allem von der Stimme Chad Kroegers leben. Jedenfalls sind auf der mir vorliegenden Promo-Single lediglich die Album-Version des Song sowie die Radio Edit, während die käuflich zu erwerbende Maxi-CD neben eben dieser Radio Edit die Liveversion des Stücks, “Lonely Road“, “Hand Of Doom“ (ebenfalls Liveversionen) und das Video zu “Buried...“ enthält. Wahrscheinlich interessant also für die eingefleischten HIM-Fans, für alle anderen eher weniger.
    Damit werden HIM die Teenies nicht begeistern können, die Soft Rock von den Finnen erwarten, und die Headbanger wird’s auch nicht überzeugen, da es bessere Nummern in diesem Bereich gibt.


    Spielzeit: 9:02 Min.

    Line-Up:
    Ville Valo – Vocals
    Migé Amour – Bass
    Lily Lazer – Guitar
    Gas Lipstick – Drums
    Emerson Burton – Keyboards


    Produziert von Hiili Hiilesmaa
    Label: Super Sonic Records

    Homepage: http://www.heartagramm.com


    Tracklist:
    1. Buried Alive By Love (Radio Edit)
    2. Buried Alive By Love (Album Version)



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